Beispielbild

Felix Strüven 'Floh im Ohr' bis Juni 2019 am Hessischen Staatstheater Wiesbaden

von Kerstin Knudsen

Was für ein Irrwitz! Für diese Komödie eine Inhaltsangabe zu geben, scheint ein Ding der Unmöglichkeit: Zu turbulent überschlagen sich in Georges Feydeaus Komödie die Ereignisse. Soviel immerhin lässt sich sagen: Madame Chandebise hat den Floh ins Ohr gesetzt bekommen, ihr Mann sei untreu. Um ihn zu überführen, bestellt sie ihn brieflich unter falschem Namen zum Rendezvous in ein einschlägiges Hotel. Monsieur Chandebise aber hält sich nicht für den Adressaten des Briefes und schickt stattdessen seinen Freund Tournel, um diesem ein erotisches Abenteuer zu ermöglichen. Was ein leicht zu klärendes Missverständnis sein könnte, wächst sich zu einem unfassbaren Wirrwarr aus, denn in der zwielichtigen Absteige tauchen nicht nur nach und nach mit mehr oder weniger guten Absichten alle Mitglieder des Hausstandes der Chandebises auf, sondern auch ein Doppelgänger des Monsieur in Gestalt eines etwas angeschmuddelten Hotelbediensteten. Und es kommt, wie es kommen muss: Während Betten rotieren und Türen sich im Klippklapp öffnen und schließen, sieht sich der Diener plötzlich von einer Dame von Stand umschmeichelt und Monsieur Chandebise bezieht Prügel vom Hotelier. Sicherlich kann man Feydeaus 1907 in Paris uraufgeführte Komödie als Entlarvung der Doppelmoral des Bürgertums lesen, man kann hier aber auch einfach nur Spaß haben! Felix ist in der Rolle des Tournel zu sehen sein, Regie führte Uwe Eric Laufenberg. Mehr Infos und Karten bis zum Juni 2019 hier

Zurück